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VOM GIESSEN DES ZITRONENBAUMS


PalÀstina/ Frankr. 2018, Farbe, 102 Min., FSK: o.A.
Regie & Buch: Elia Suleiman
Darsteller: Elia Suleiman, Gael Garcia Bernal, Ali Suliman, Grégoire Colin, Alain Dahan

Der KĂŒnstler Elia kommt aus Nazareth und muss sich ĂŒber Land und Leute doch sehr wundern. Schon der eigene Garten und seine ZitronenbĂ€ume sind vor den Begehrlichkeiten der Nachbarn nicht sicher. Bald bricht Elia auf, um anderswo heimisch zu werden und die seltsame Einsamkeit des kopfschĂŒttelnden Beobachters hinter sich zu lassen. Er geht in jene LĂ€nder, wo die Frauen frei sind und die Kunst so schön tolerant, wo die Parks öffentlich sind und niemand nachbarliche Zitronen stiehlt. Elia wird zum Kundschafter in den westlichsten Metropolen, Paris und New York. Auf seinen StreifzĂŒgen durch die RĂ€ume des Urbanen gerĂ€t er zwischen aggressive Parkbesucher, ferngesteuerte Touristen, rollende Polizisten und bis an die ZĂ€hne bewaffnete SpaziergĂ€nger. Erneut muss sich Elia wundern, doch aus dem Wundern wird bald ein nur zu bekanntes Befremden. Auch hier ist die Welt aus den Fugen geraten, haust ein Schrecken in den Begegnungen. Immer kleiner wird die Mimik dessen, der als Heimatsuchender ankam und zur Teilnahmslosigkeit verurteilt ist. Und immer grĂ¶ĂŸer wird das Ausmaß des Absurden, das zu unserer NormalitĂ€t geworden ist. Bleibt am Ende nur die Freundschaft mit einem kleinen, frechen Vogel? Elia kehrt zu seinem Garten in Nazareth zurĂŒck und muss sich abermals wundern: ĂŒber einen liebevoll gepflegten und gedeihenden Zitronenbaum.
Als unbeschwerter Flaneur lĂ€uft Regisseur Elia Suleimann los und erlebt eine Irrfahrt in die absurden AbgrĂŒnde unserer Zeit. Kaum jemals hat sich die ErschĂŒtterung eines Beobachters so leichtfĂŒĂŸig in einer Komödie der Irrungen Ausdruck verschafft. Mit viel Lust an der Komik, die im Widerspruch liegt, gelingen in VOM GIESSEN DES ZITRONENBAUMS grandiose Sketche, die sich zum schrecklich schönen Panorama einer nahenden Apokalypse zusammenfĂŒgen.

Auf den Nahost-Konflikt, auf das Leid des palĂ€stinensischen Volkes, gibt es viele unterschiedliche Reaktionen. Elia Suleiman wĂ€hlt in seinen Filmen das distanzierte Staunen, blickt mit verblĂŒffter Verwunderung auf die AbsurditĂ€t der Lage in PalĂ€stina. In seinem neuen, in Cannes ausgezeichnetem Film „It must be Heaven“ erweitert er nun seinen Blick - um am Ende doch in seiner Heimat einen Funken Hoffnung zu finden.
(programmkino.de)

Do 16. und Fr 17. Januar jeweils um 15 Uhr
Fr 17. bis Mi 22. Januar tÀgl. 19.15 Uhr (Di in OmU)

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